Kopie des Briefes von Dr. Silke Jansen, Prof. Dr. Ingo Kolboom und Prof. Dr. Maria Lieber (TU Dresden) an Frau Dr. R. Kühnel, Schulleiterin des Kreisgymnasiums Freital-Deuben

Dresden, 2. Februar 2007

 

Sehr geehrte Frau Dr. Kühnel,

wie wir vom Fachberater für Französisch, Herrn Thomas Fabreg, erfahren haben, ist am Kreisgymnasium Freital nach zehn Jahren Kontinuität nun erstmals die Einrichtung eines Französisch-Leistungskurses in der Jahrgangsstufe 11 in Gefahr.

Wir möchten uns in diesem Zusammenhang ausdrücklich für die Fortführung der Französisch-Leistungskurse in Freital aussprechen. Eine Unterbrechung oder gar Aufgabe dieser Tradition würde nicht nur einen Rückschritt gegenüber bisherigen Errungenschaften in der Fremdsprachenvermittlung markieren, sondern darüber hinaus Geist und Buchstaben der politischen Maßnahmen zur Förderung von Mehrsprachigkeit auf europäischer Ebene sowie deutsch-französischer Abkommen, Vereinbarungen und Notenwechsel zur Förderung der Partnersprache verletzen.

Im Sinne einer europäischen Mehrsprachigkeit (vgl. Richtlinie der EU von 2001), die keine deutsch-englische Zweisprachigkeit bleiben soll, ist die Stärkung der dritten Fremdsprache in den Schulen unumgänglich. Französisch hält in diesem Zusammenhang nicht nur als Sprache des größten Nachbarlandes und wichtigsten Handelspartners der Bundesrepublik Deutschland, sondern auch als Brückensprache zu weiteren romanischen Sprachen eine Schlüsselposition inne. An die Möglichkeit, sich auch über die Sekundarstufe 1 hinaus intensiv mit dieser Sprache zu beschäftigen sind daher auch wichtige Lebenschancen geknüpft. Deutsche Abiturienten mit Leistungsfach Französisch können sich zudem laut dem deutsch-französischen Abkommen vom 04.11.1988 ohne weitere Sprachprüfung an einer französischen Hochschule immatrikulieren.

Die TU Dresden arbeitet seit vielen Jahren im Rahmen der Französisch- und Spanischlehrerausbildung äußerst erfolgreich mit dem Kreisgymnasium zusammen. Bei zahlreichen Unterrichtsbesuchen konnten wir uns von dem hohen Leistungsstand der Schüler und dem großen Engagement der Lehrer überzeugen. Eine Unterbrechung der Tradition der Französischleistungskurse würde daher aus unserer Sicht einen einschneidenden Verlust für Ihre Einrichtung und die Stellung des Französischen insgesamt in der sächsischen Schullandschaft bedeuten.

Wir möchten Sie daher eindringlich bitten, geeignete Maßnahmen zu treffen, um die Kontinuität des Französischunterrichts auf Leistungskursniveau zu sichern.

Mit freundlichen Grüßen,

Dr. Silke Jansen
Prof. Dr. Dr. h.c. Ingo Kolboom
Prof. Dr. Maria Lieber