Alle Dinge haben ihre Zeit, auch die guten.
Toutes choses ont leur saison, les bonnes & tout

Michel de Montaigne (1533-1592), Essais II, 28

Dresden, im Oktober 2019

Liebe Freundinnen und Freunde der Sächsisch-Bretonischen Gesellschaft und der Bretagne,

liebe deutsch-französische Weggefährten,

Unsere Vereinsmitglieder wissen es bereits, denn auf unserer Mitliederversammlung vom Juli 2019 wurde es ohne Gegenstimme und ohne Enthaltung beschlossen: Die Sächsisch-Bretonische Gesellschaft (SBG) wird mit Wirkung vom 31. Dezember 2019 aufgelöst. Die notwendigen vereinsrechtlichen Maßnahmen sind vollzogen worden. Ab Januar wird die SBG als gemeinnütziger Verein in die Phase der „Liquidation“ eintreten, die vorausschlich bis zum 30. Juni 2020 andauen wird. Die Gründe für diesen bedauerlichen Schritt haben sich seit langem angedeutet.

Raison d’être unseres Vereins war die am 30. November 1995 von Ministerpräsident Kurt Biedenkopf und Regionalratspräsident Yvon Bourges unterzeichnete  Gemeinsame Erklärung über Zusammenarbeit zwischen dem Freistaat Sachsen und der Region Bretagne. Nach dem Muster anderer deutsch-französischer Regionalpartnerschaften, im Vertrauen auf offizielle Erklärungen und in Erinnerung an das reichhaltige französische Erbe in Sachsens Geschichte und Kultur sahen wir in diesem Abkommen eine verheißungsvolle Opportunität, den Freistaat Sachsen in die mit dem Élysée-Vertrag und anderen Verträgen besiegelte deutsch-französische Sonderbeziehung regionalräumlich einzubeziehen, und – wie es in der Gemeinsamen Erklärung heißt – „Bürgerinnen und Bürger aus beiden Regionen einander näherzubringen“.

In diesem Sinne haben wir unseren 2004 gegründeten Verein 2006 dann auch neu aufgestellt. Damals übernahm ich, seinerzeit noch an der TU Dresden Inhaber einer Professur für Frankreichstudien, deutsch-französische Beziehungen und französischsprachige Welt, die Präsidentschaft und schließlich auch noch die Geschäftsführung der Sächsisch-Bretonischen Gesellschaft. Es war unser Anliegen, Bürgerinnen und Bürgern in Sachsen unsere französische Partnerregion Bretagne nahezubringen – die Bretagne als sprachlich-kulturelle Besonderheit wie das Land Sachsen (dort das keltische Erbe, hier die sorbische Minderheit), aber auch als ein besonderes Stück Frankreich und Europa, dies nicht zuletzt auch immer unter der Perspektive deutsch-französischer Beziehungen, europäischer Integration sowie kultureller und regionaler Vielfalt in Europa. Dieses Anliegen hat unser Verein aus eigener ehrenamtlicher Kraft in die Tat umgesetzt. Siehe:

www.sachsen-bretagne.com/images/Dokumente_PDF/1.REGIONENPARTNERREGIONENSACHSEN-BRETAGNE.pdf

An Öffentlichkeitswirksamkeit hat es uns dank unseres Internetauftritts, dank unserer Ausstellungen, Konferenzen, Vorträge, Netzwerkarbeit, Publikationen, Medienprodukte, Jahreskalender und vieler anderer Initiativen in ganz Sachsen nicht gefehlt. Allein unsere internen, inhaltsreichen Rundbriefe – manches Mal an die hundert im Jahr – erreichten zum Schluss mehr als 700 Verteiler in Deutschland und in der Bretagne. Auch in der Bretagne zeigten wir vor Ort immer wieder Flagge; dabei erhielten wir von bretonischer Seite großzügige Unterstützung, zumal unser bretonischer Partnerverein dank offizieller Förderung durch den Regionalrat der Bretagne sehr aktiv sein konnte. Ein besonderer Höhepunkt war 2009 unsere tatkräftige Teilnahme an den von unseren bretonischen Freunden organsierten Feierlichkeiten zum zwanzigsten Jahrestag des Mauerfalls in der Bretagne. Mit eigenen Ausstellungen (über Dresden), Auftritten, Vorträgen und anderen Beiträgen vertrat unsere Delegation mehre Tage lang in Rennes die Partnerregion Sachsen.

Doch zugleich zeigte die Sächsische Staatsregierung immer weniger Interesse an einer sichtbaren Gestaltung der von ihr selbst einst initiierten Regionalpartnerschaft mit der Bretagne. Osteuropäischen Nachbarregionen wurde erste Priorität eingeräumt; andere Partnerschaften in China oder im arabischen Raum wurden als verheißungsvoller gehandelt. Unsere Teilnahme an den zitierten Feierlichkeiten zum zwanzigsten Jahrestag des Mauerfalls wurde aus bretonischen Finanztöpfen unterstützt, die Sächsische Staatskanzlei sah sich nicht zuständig. Als wir im November 2015 im Festsaal des Dresdner Stadtmuseums das zwanzigste Jubiläum des Abkommens feierten – zusammen mit dem fünfundzwanzigsten Jubiläum der Städtepartnerschaft Dresden-Straßburg, konnte nicht nur kein Vertreter der Sächsischen Staatskanzlei zugegen sein, auch verschwand zeitgleich die Bretagne aus dem Internetauftritt der Sächsischen Staatskanzlei. Noch einen Monat zuvor hatten wir in der Französischen Botschaft in Berlin für unser Medienpaket „La Bretagne. Tour d’horizon d’une région partenaire“ den Ersten Preis des Prix Joseph Rovan 2015 de l’Ambassadeur de France en Allemagne erhalten.

Wir unternahmen etliche Anstrengungen, diese Absenz rückgängig zu machen und die hier in Sachsen politisch Verantwortlichen und Handelnden vom politischen, kulturellen und europäischen Wert einer deutsch-französischen Regionalpartnerschaft zu überzeugen. Selbst die hiesige BILD-Zeitung nahm sich unseres Anliegens an. Wir ernteten leere Versprechungen, dann wieder Gleichgültigkeit. Nicht einmal eine Geste der Anerkennung erreichte uns. Stattdessen lasen wir im europäischen Magazin „ParisBerlin“ (Nr. 105, S. 92), dass der damals für Regionalpartnerschaften zuständige Referent in der Sächsischen Staatskanzlei den Redakteuren nicht erklären konnte, warum die Bretagne als Partner Sachsens einst gewählt worden sei. Inzwischen hatte sich mit Verweis auf offizielles sächsisches Desinteresse auch der Regionalrat der Bretagne dieser Partnerschaft klammheimlich entzogen und mit selbiger Begründung löste sich auch unser Partnerverein in der Bretagne auf.

Somit wurde es einsam um unsere Sächsisch-Bretonische Gesellschaft. Als ich dann in diesem Jahr meine Ämter definitiv zur Verfügung stellen wollte – mit Verweis auf mein Alter und meine langen „Dienstjahre“, aber auch mit Verweis auf meine durch keinen Idealismus mehr zu kompensierende Frustration über das regierungsamtliche Desinteresse an deutsch-französischen Beziehungen, da gab es nicht nur keine Nachfolgeaspirationen, sondern auch der Vorstand und die Mitgliederversammlung sahen keine Hoffnung mehr auf eine Wiederbelebung des sächsisch-bretonischen Abkommens von 1995.

Eine kleine private Bürgervereinigung mit 70 Mitgliedern (aus ganz Deutschland!) kann nicht die Nebenaußenpolitik eines Bundeslandes in die Hand nehmen. Damit war die Liquidation unseres Vereins beschlossene Sache. Das hoffnungsvolle Experiment einer deutsch-französischen Regionalschiene in der Nebenaußenpolitik des Freistaates Sachsen mit einer der schönsten und interessantesten Regionen Frankreichs, der Bretagne, ist damit Geschichte.

Bis Ende des Jahres laufen unsere Vereinsaktivitäten im Modus der Abwicklung. Dazu gehört auch unser Versprechen, einen letzten Bretagne-Kalender zu machen. Auf Wunsch vieler Interessenten wird unser Kalender Bretagne 2020 eine neue Serie kolorierter Linolschnitte des Berliner Künstlers Hans von Döhren enthalten. Auch werde ich noch den einen oder anderen Rundbrief schreiben wollen. Ich selbst werde nun wieder mehr Zeit für meine angestammten deutsch-französischen und deutsch-kanadischen Engagements haben, wobei auch neue Länder und Kulturen in meinen Erdenkreis getreten sind. Vom umständlichen Medium der bisherigen Newsletter werde ich mich dann aber verabschieden und auf andere Kommunikationswege zurückgreifen. Vielleicht ein Blog? On verra.

Als Jahrgang 1947 war ich mit Grenzen in Deutschland und in Europa aufgewachsen und jede Grenze, die fiel, habe ich als neue Bewegungsfreiheit erlebt. Erst mit dieser Bewegungsfreiheit in Raum und Zeit habe ich ein Gefühl für Heimat und einen Sinn für das Universelle im Regionalen erspüren können. Dabei war es meine Begegnung mit Frankreich und seinen Menschen, die mir am frühesten halfen, mich als Angehöriger meines Landes neu zu finden und ein europäisch gestimmter Deutscher aus dem Norden zu werden. Der für mich schönste und folgenreichste Grenzfall war schließlich der Fall der Berliner Mauer und damit der Weg in die Überwindung der Teilung Deutschlands und Europas. Mein Weg nach Dresden war nicht nur ein Zurück in die Heimat meiner Familie mütterlicherseits, sondern auch vorwärts in eine europäische Zukunft, an der ich aktiv teilhaben wollte, zumal ich zuvor in einer außenpolitischen „Denkfabrik“ in Bonn tätig gewesen war und noch heute einem Pariser außenpolitischem Institut angehöre. Neben anderen, beruflichen Aufgaben sah ich in der regierungsamtlich initiierten, aber öffentlich wenig beachteten sächsisch-bretonischen Partnerschaft eine experimentelle Nischenherausforderung, wo im regionalen Fokus deutsch-französische und damit europäische Saat bürgernah und weltoffen im Kleinen ausgebracht werden konnte. Ich überlasse es anderen, über die Ergebnisse unserer Arbeit seit 2006 zu urteilen. Ich selbst hatte Freude daran, fünfzehn Jahre lang, bis die Frustration größer wurde als die Freude. Alle Dinge haben ihre Zeit, auch die guten.

Auf Wiedersehen – Au revoir – Kenavo – Božemje !


Ihr

Prof. em. Dr. Dr. h.c. Ingo Kolboom

Präsident der Sächsisch-Bretonischen Gesellschaft e.V. (2006 bis Ende 2019)

www.sachsen-bretagne.com

2012 auf „Werbetour“ in der Bretagne


 

Alle Dinge haben ihre Zeit, auch die guten.
Toutes choses ont leur saison, les bonnes & tout

Michel de Montaigne (1533-1592), Essais II, 28

 Dresde, décembre 2019

Chers amis de la Sächsisch-Bretonische Gesellschaft et de la Bretagne,

chers compagnons de route franco-allemands,

Les membres de notre association sont déjà au courant puisque nous avons pris la décision suivante lors de notre assemblée générale en juillet 2019 à l’unanimité :la Sächsisch-Bretonische Gesellschaft (SBG) sera dissoute le 31 décembre 2019. La procédure à suivre dansle cadre du droit des associations a été mise en place. A partir de janvier, la SBG (association sans but lucratif) entrera en phase de liquidation qui perdurera a priori jusqu’au 30 juin 2020. Les raisons de cette triste mesure étaient prévisibles depuis de longues années.

La raison d’être de notre association était la Déclaration commune de coopération entre l’Etat-libre de Saxe et la Région de Bretagne. Elle a été signée par le président du conseil régionalYvon Bourges et le ministre-président Kurt Biedenkopf le 30 novembre 1995.Faisant confiance aux déclarations officielles, nous voyions en cet accord une chance prometteuse car il suivait le modèle d’autres partenariats franco-allemands et il était établi dans le respect du richepatrimoine français dans l’histoire et la culture saxonne.L’objectif était d’intégrer l’État-libre de Saxe au niveau régional dans la relation entre la France et l’Allemagne – stipulée dans le Traité de l’Elysée et dans tant d’autres accords – et de concrétiser les promesses de la déclaration commune : « Rapprocher les citoyennes et citoyens des deux régions ».

C’est dans cet esprit que la société a été fondée en 2004 et que nous avons restructuré l’association en 2006. A l’époque j’étais encore professeur à l’Université technique de Dresde du cursus pluridisciplinaire sur la France et les relations franco-allemandes ainsi le monde francophone ; je suis devenu président et membre du conseil d’administration de la Sächsisch-Bretonische Gesellschaft. Notre préoccupation première était de rapprocher les citoyens de Saxe aux habitants de notre région partenaire, la Bretagne.Une région aux spécificités culturelles et linguistiques à l’image du Land de Saxe (sous le signe du patrimoine celtique en Bretagne et la minorité sorabe en Saxe).La Bretagne est une région unique en France et en Europe,autant d’un point de vue des relations franco-allemandes, que de l’intégration européenne ainsi que de la diversité culturelle et régionale en Europe. Notre association a su concrétiser ces aspirations grâce au travail bénévole, cf. :

www.sachsen-bretagne.com/images/Dokumente_PDF/1.REGIONENPARTNERREGIONENSACHSEN-BRETAGNE.pdf

Nous avons pu atteindre le public à travers notre site internet, nos expositions, conférences, présentations, publications, supports média, calendriers, notre travail de réseautage et de nombreuses autres initiatives en Saxe. Rien que notre newsletter riche en informations a atteint environ 700 personnes en Saxe et en Bretagne (nous avons atteint le chiffre de 100 newsletters publiées pour quelques années). Nous étions régulièrement présents en Bretagne et les officiels bretons nous ont soutenu dans nos efforts : notre association partenaire bretonne a pu être très active grâce aux subventions officielles du conseil régional de Bretagne. Un des pointsculminants de cette coopération était notre participation active à la célébration des 20 ans de la chute du mur de Berlin en Bretagne en 2009, organisée par nos amis bretons. Notre délégation a représenté la Saxe pendant plusieurs jours à Rennes à travers une exposition (sur Dresde), des représentations, présentations et autres contributions.

Le gouvernement du Land de Saxe qui avait pourtant initié ce partenariat régional avec la Bretagne, montrait de moins en moins d’intérêt.  Dans un premier temps, la priorité était donnée aux régions voisines d’Europe de l’Est ; d’autres partenariats en Chine ou dans le monde arabe étaient perçues comme plus prometteuses par les officiels saxons.Notre participation aux festivités commémorant les 20 ans de la chute du mur de Berlin mentionnée plus haut était uniquement financée par la Bretagne – la chancellerie d’état de Saxe ne s’estimant pas responsable.Lorsque nous avons commémoré les 20 ans de la signature de la déclaration dans la salle de bal du musé de la ville de Dresde en novembre 2015 – simultanément avec le 25ème anniversaire du jumelage entre Dresde et Strasbourg – nonseulement aucun représentant de la chancellerie d’état de Saxe ne pouvait se libérer, mais aussi toute mention de la Bretagne disparut de son site internet. Alors que nous avions été lauréat du Prix Joseph Rovan 2015 de l’Ambassadeur de France en Allemagne pour notre pack multimédia « La Bretagne. Tour d’horizon d’une région partenaire » un mois plus tôt.

Nombreux étaient nos efforts pour remédier à cette absence et de convaincre les responsables politiques en Saxe de la valeur politique, culturelle et européenne d’un partenariat régional franco-allemand. Même le tabloïde allemand BILDs’intéressait à nos préoccupations. La seule chose que l’on nous offrait étaient de vaines promesses et au final : de l’indifférence. On ne nous offrait même plus un simple geste de reconnaissance. Mais nous lisions dans le magazine européen « ParisBerlin » (n° 105, p. 92) que le délégué aux partenariats régionaux de la chancellerie d’état de Saxe ne pouvait pas expliquer aux rédacteurs la raison du choix de la Bretagne en tant que partenaire de la Saxe. Entre-temps, le conseil régional de Bretagne s’était retiré discrètement de ce partenariat suite au désintérêt officiel de la Saxe et avec la même justification, notre association partenaire bretonne avait cessé ses activités.

Notre Sächsisch-Bretonische Gesellschaft se voyait donc de plus en plus isolée.La même année, je voulais me retirer de mes fonctions,dû à mon âge et mes longues « années de service », mais également suite à ma frustration face au désintérêt de notre gouvernement régional par rapport aux relations franco-allemandes que je n’arrivais plus à compenser par mon idéalisme. En plus, je faisais face à un manque total d’aspirations futures et le conseil d’administration comme l’assemblée générale n’avaient également plus d’espoir que la déclaration entre la Bretagne et la Saxe de 1995 puisse être ravivée.

Une petite association citoyenne de 70 membres (provenant de toute l’Allemagne !) ne peut pas se charger des affaires étrangères d’un Land fédéral. La liquidation de notre association était donc la suite logique. Un volet franco-allemand de la politique étrangère de l’Etat-libre de Saxe avec l’une des plus intéressantes régions de France, la Bretagne était donc une expérience, certes portée par l’espoir, mais classée sans suite.

Jusqu’en fin d’année, les activités de l’association se déroulent en mode « liquidation ». Nous avons réalisé le dernier notre calendrier Bretagne 2020 comportant une nouvelle série de linogravures colorées de l’artiste Berlinois Hans von Dühren. Je souhaiterais également écrire encore quelques newsletter. Personnellement, j’aurai maintenant de nouveau plus temps à accorder à mes engagements franco-allemands et germano-canadiens alors que d’autres pays et cultures ont également fait leur entrée dans « mon » monde. Mais je ne pense pas continuer à vous envoyer des newsletter sous la même forme car elle me semble peu pratique. Je m’intéresserai à d’autres formes de communication, peut-être un blog ? On verra.

Je suis né en 1947 et j’ai grandi avec une Allemagne et une Europe entrecoupée de frontières et chacuned’entre-elles qui s’ouvrait était pour moi synonyme d’une nouvelle liberté de mouvement. Ce n’est qu’avec cette liberté de mouvement dans l’espace et le temps que j’ai pu développer une sentiment de Heimat – ce terme allemand qui signifie bien plus que la patrie, mais qui symbolise le sentiment de se sentir quelque part « chez soi » que ce soit un continent, un pays, une région ou une ville – et que j’ai pu deviner l’universel au niveau régional. Et c’était la rencontre avec la France et ses citoyens qui m’a aidé en premier lieu de me définir de nouveau en tant que citoyen de mon pays et de devenir un Allemand du Nord respirant l’esprit européen.

L’ouverture de frontière qui était pour moi la plus belle et qui a eu le plus d’impact a été certainement la chute du Mur de Berlin qui a entamé la réunification allemande et européenne. Mon chemin de vie m’a conduit à Dresde, non seulement pour retourner dans la Heimat de ma famille ducôté maternel mais également pour avancer vers un avenir européen auquel je voulais participer de manière active. D’autant plus que je travaillais dans un groupe de réflexion en politique étrangère à Bonn et que je fais toujours partie d’un institut parisien de politique étrangère. En parallèle à d’autres tâches professionnelles, je voyais ce partenariat entre la Bretagne et la Saxe – certes initié par des institutions gouvernementales, mais peu perçu par le public –comme un défi à relever au sein duquel on me donnait la possibilité de promouvoir un Etat européen en se focalisant sur l’aspect franco-allemand au niveau régional de manière proche du citoyen. D’autres évalueront les résultats du travail que nous avons fourni depuis 2006. J’ai toujours pris plaisir – et ce pendant 15 ans – jusqu’à ce que la frustration ne devienne plus importante que le plaisir. Toutes choses on leur saison, les bonnes & tout.

Auf Wiedersehen – Au revoir – Kenavo – Božemje !

Ihr

Prof. em. Dr. Dr. h.c. Ingo Kolboom

Präsident der Sächsisch-Bretonischen Gesellschaft e.V. (2006 bis Ende 2019)

www.sachsen-bretagne.com

2012 en tournée de publicité en Bretagne

 

Il était une fois une déclaration commune de coopération entre la Bretagne et la Saxe, 1995 signé par le ministre-président

 Kurt Biedenkopf et le président du conseil régional Yvon Bourges


 

Ein letztes Mal wünscht die Sächsisch-Bretonische Gesellschaft ihren Mitgliedern und Freunden eine erwartungsfrohe Adventszeit, gesegnete Weihnachttage und eine besinnliche Zeit „zwischen den Jahren“


Pont-Aven, die Kapelle von Trémalo, Linolschnitt von Hans von Döhren 2016

L’Assocation Saxe-Bretagne souhaite, une dernière fois, à tous ses membres et amis un beau temps de l’Avent, de bonnes fêtes de Noël et d’agréables heures de recueillement durant „la trêve des confiseurs“

Partition Chants de Noel 1954

 Hetan a reomp da holl kon izili ha mignoned, amzer vrav an Azvent, Gouliou Nedeleg dispar hag euverzhion, scoulans plijus e pad arsav gonfeserien
Frohe Weihnachten ! = Nedeleg Laouen ! = Joyeux Noël !  


(…) Der Sieg einer Bürgerbewegung, die sich aus dem Nichts heraus von den austauschbar gewordenen politischen Eliten der Sozialsten wie der Gaullisten abgrenzt und einmal mehr Selbstbestimmung, Verantwortlichkeit und Offenheit auf ihre Fahne schreibt – so wird man Emmanuel Macrons „En marche!“ charakterisieren können -, ist nicht denkbar ohne den Vorlauf an Selbstermächtigung, den der Mai 68 in Frankreich ausgelöst hat. Der Mai 68 war damit weit mehr als eine Revolte, die in der Lethargie einer Wohlstandsgesellschaft und der Routine professioneller Politiker verebbte. Fast eine Revolution? Ja, wenn man den Revolutionsbegriff von seiner Verengung auf politischen Umsturz und Systemwechsel löst.

Liebe Frankreichfreunde,

chère amie et cher ami du portage*) franco-allemand,

mit diesen höchst aktuell klingenden Sätzen endet das Buch des deutschen Zeithistorikers Wilfried Loth über die legendäre Mai-Revolte im Frankreich des Jahres 1968. Das Buch heißt Fast eine Revolution. Der Mai 68 in Frankreich und erschien 2018 im Campus Verlag (Frankfurt/New York), also zum fünfzigsten Jubiläum jenes Jahres, das als globales „Revolte-Jahr“ in die Zeitgeschichte eingegangen ist und ein weltweites Kollektivgedächtnis prägte – bis heute.

Wie Sie den Medien entnehmen konnten, hat die Jury des Literaturpreises „Hommage à la France“ der Stiftung Brigitte Schubert-Oustry aus einer Vielzahl von Einsendungen dieses Buch von Prof. Dr. Dr. h.c. Wilfried Loth für den diesjährigen Literaturpreis ausgewählt. In der Pressemitteilung der Stiftung heißt es:

Mit ihrer Entscheidung würdigt die Jury einen der besten Kenner der französischen Zeitgeschichte in Deutschland. Mit seiner dichten und höchst lesenswerten Darstellung und Analyse der Ereignisse im Mai 68 in Frankreich sowie ihrer politischen und gesellschaftlichen Folgen hat Wilfried Loth die Jury absolut überzeugt. Durch sein Buch „Fast eine Revolution. Der Mai 68 in Frankreich“ bringt der Autor ein wesentliches Element französischer Zeit- und Kulturgeschichte einem deutschsprachigen Publikum näher.

Als Ehrenpräsident des Literaturpreises darf ich auch Sie auf dieses Ereignis aufmerksam machen und Sie, so Sie es einrichten können, zu der feierlichen Verleihung des Literaturpreises am kommenden Freitag, am 22. November, 19:30 Uhr, im Kulturpalast Dresden  einladen. Nach der Übergabe der Preisurkunde findet ein von Prof. Dr. Hans Vorländer geführtes Gespräch mit dem Preisträger statt. Nähere Informationen zum Autor, zum Ort und Ablauf der Veranstaltung sowie zur Stiftung und zum Preis finden Sie hier.

Mit freundlichen Grüßen – Cordialement
Ihr

Prof. Dr. Dr. h.c. Ingo Kolboom

Ehrenpräsident des Literaturpreises „Hommage à la France“ der Stiftung Brigitte Schubert-Oustry

https://hommage-a-la-france.de/

Der Literaturpreis „Hommage à la France“ der Stiftung Brigitte Schubert-Oustry steht unter der Schirmherrschaft des Institut français in Sachsen und wird betreut von der Bürgerstiftung Dresden.


*) Portage ist die Substantivierung des Verbs porter = tragen. Ein portageur ist jemand, der etwas trägt und die Aktion wird mit portage benannt. In der frankokanadischen Literatur wird damit das Tragen des Kanu-Boots (canot), also des wichtigsten Transportmittels der Indianer, Trapper und Siedler  in der alten Nouvelle-France, bezeichnet. Die Quebecer Lyriker und Chansonsänger Gilles Vigneault veröffentlichte 1993 einen Gedichtband mit dem Titel „Portages“, es beginnt mit dem berührenden „Chant du portageur“.

 On n’a, pour nommer l‘espace,

Qu’un pas qui passe

De l’eau à l’eau.

Je ne suis qu’un mot qui danse

Sur ton silence,

Comme un canot.

 Ich verwende diese Begrifflichkeit (im Französischen) gerne, auch um unsere Aktionen im deutsch-französischen bzw. europäischen Kontext zu umschreiben. Wir als „portageurs“ tragen eine kostbare Last, und nur mit dieser kommen wir weiter…         Prof. Dr. Dr. h.c. Ingo Kolboom


 

...und falls Sie in die Bretagne oder gar ans "Ende der Welt" reisen möchten, hier schonmal das Wetter.

Küste bei Tréguennec


 

Traditionell wird der Sommeranfang am 21. Juni in Frankreich mit der Fête de la Musique gefeiert. Auch in Sachsen ist dieser Termin nicht mehr wegzudenken. In Leipzig und Dresden hat das Institut Français mit zahlreichen Kooperationspartnern ein sehr vielfältiges Programm auf die Beine gestellt. Lassen Sie sich inspirieren heute in Dresden und Leipzig. Voilà le programme à Leipzig / Dresde